„Erst hieß es Einbildung. Dann maß die DEKRA nach.“

„Erst hieß es Einbildung. Dann maß die DEKRA nach.“

Es begann mit einem Geräusch in der Nacht.

In Baiereck im Schurwald drehten sich seit Dezember 2024 zwei neue Windräder. Bald lagen Anwohner wach – ein tiefes, gleichmäßiges Brummen, das nicht weggehen wollte. Und sie hörten, was Betroffene in solchen Fällen oft hören: Das sei subjektiv. Gewöhnungssache. Vielleicht eine Frage der Einstellung.

Dann maß die DEKRA nach.

Das Gutachten, beauftragt von der Stadt Uhingen, ist nüchtern und eindeutig. Nachts wurden in Baiereck 41 bis 42 dB(A) gemessen – über dem zulässigen Wert von 40 dB(A) für ein allgemeines Wohngebiet. Hinzu kommt die Tonhaltigkeit: ein deutlich heraushörbarer Ton – das Brummen –, der nach der TA Lärm einen Zuschlag von mehreren Dezibel nach sich zieht, bis der maßgebliche Beurteilungspegel Werte um 50 dB(A) erreicht. Genau diese Tonhaltigkeit hatte die Genehmigung nicht erlaubt. Die Folge: Die Anlagen müssen nachts abgeschaltet werden. Und das alles in rund 1.000 Metern Entfernung.

Halten wir kurz bei dem inne, was da geschehen ist. Menschen beschwerten sich. Man hielt es für Einbildung. Eine Messung gab ihnen recht. Was sagt es über ein Verfahren, wenn die Betroffenen die Wirklichkeit früher kennen als das Gutachten?

Denn genehmigt worden waren die Windräder auf Basis einer Prognose – einer Berechnung dessen, was später einmal ankommen würde. Die Realität hat diese Prognose überholt: lauter als gedacht, mit einem Ton, der so nicht vorhergesagt war. Das ist kein böser Wille. Aber es ist ein Muster: Gebaut wird zuerst, gemessen wird später – und gemessen wird erst, wenn Menschen nicht mehr schlafen.

Und jetzt der Ochsenhau.

Es ist dieselbe Art Standort: ein bewaldeter Höhenrücken, auf dem Schall in klaren, stillen Nächten weit trägt. Nur mit einem Unterschied, der nicht beruhigt. Baiereck hatte im Kern eine belastete Seite. Der Ochsenhau ist ringsum von Wohnorten umgeben – Althütte mit seinen Teilorten, dazu Orte von Kaisersbach und Murrhardt –, in Teilen näher als jene tausend Meter, an denen in Baiereck die Grenzwerte fielen.

Wenn dort eine Prognose von der Messung widerlegt wurde: Warum sollte dieselbe Art Prognose ausgerechnet hier zuverlässiger sein? Werden die Abstände zu jedem einzelnen Wohnort ehrlich ausgewiesen und bewertet – oder erfahren die Menschen erst nach dem Bau, was wirklich bei ihnen ankommt?

Lärm ist kein Luxusproblem. Es geht um Schlaf, um Gesundheit, um das Recht, in den eigenen vier Wänden zur Ruhe zu kommen. Baiereck zeigt, dass dieses Thema nicht abgetan, sondern ernst genommen gehört – und zwar bevor gebaut wird, nicht erst, wenn jemand nachts wachliegt.

Wir möchten, dass der Ochsenhau diese Erfahrung gar nicht erst machen muss.

Bist Du schon Unterstützer? wenn nicht dann ochsenhau.de/unterstuetzer , bleib auf dem Laufenden und werde Teil der Initiative – schön, wenn du dabei bist.

Ochsenhau bleibt.

Übrignes wer das Brummen von Baiereck mal selbst hören will: Hier gehts zur Website mit der Hörprobe


Quellen: Stadt Uhingen, amtliche Mitteilung „Windpark Königseiche: Überschreitung der Richtwerte“; Filstalexpress, „Gutachten geht von Überschreitung der Immissionsrichtwerte der TA Lärm aus“ und „Ergebnisse der Immissionsmessung liegen vor“; Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW); Stuttgarter Zeitung, „Der Streit um die Windräder auf dem Schurwald geht weiter“.

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